Kind malt mit Stiften auf Papier

Evaluation Chance for Kids

Kurzbeschreibung

Zahlreiche Studien belegen, dass Kinder, deren Eltern an einer Suchterkrankung oder einer anderen psychischen Erkrankung leiden, eine Hochrisikogruppe darstellen, die stark gefährdet ist, selbst eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Die Erkrankungen der Eltern prägen das Familienklima und das Alltagsverhalten in starkem Maße und können die psychische Gesundheit der Kinder nachhaltig beeinträchtigen. Obwohl Schätzungen nach bundesweit etwa vier Millionen Kinder betroffen sind, ist eine adäquate flächendeckende Versorgung dieser Kinder aktuell noch nicht hinreichend etabliert. Das vom Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln mit Fördermitteln einer Stiftung an verschiedenen Projektstandorten durchgeführte Modellprojekt „Chance for Kids“ möchte Wege aufzeigen, wie dies in zielführender Form gelingen kann. Neben der Initiierung spezieller Hilfsangebote für betroffene Kinder und Eltern liegt ein Schwerpunkt des Vorhabens auf dem nachhaltigen Aufbau von Kooperationsstrukturen an den Schnittstellen der Versorgungssysteme, insbesondere u. a. zwischen der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen.

Die Wirkungen und Wirkfaktoren des Modellprojekts der ersten Förderphase wurden durch das IKJ im Rahmen einer Anfang 2018 gestarteten annähernd zweijährigen Evaluationsstudie untersucht, an der insgesamt 19 Projektstandorte mit Erziehungs- und Suchtberatungsstellen beteiligt waren. Bei der aufwendigen, schwerpunktmäßig quantitativ ausgerichteten, längsschnittlichen Wirksamkeitsstudie standen auf der Ergebnis- bzw. „Outcome“-Seite besonders die im Zuge der Hilfen bei den Kindern, Eltern und Familien erreichten Veränderungen von Grundbefähigungen für ein gelingendes Leben im Fokus der Betrachtung. Dabei zeigen sich, im Mittel über alle 245 untersuchten Hilfeverläufe und die unterschiedlichen Perspektiven hinweg, auf mehreren Ebenen sehr positive mit den Hilfen assoziierte Veränderungswirkungen. So werden die Bewältigungsfähigkeiten der Kinder als auch die der Eltern dahingehend gestärkt, dass diese besser mit belastenden Situationen umgehen können. Auch hinsichtlich der psychischen Gesundheit, dem familiären Zusammenleben sowie der Erziehungskompetenz  sind allgemein sehr positive Entwicklungen feststellbar. Im Vergleich zur Regelversorgung zeigte sich, dass im Rahmen des Modellprojekts insbesondere die kindspezifischen Befähigungsbereichen in signifikant höherem Ausmaß gestärkt werden. Neben der unmittelbaren Förderung der Kinder fallen speziell auch die Wirkungen im Bereich „Schutz und Versorgung“ (z. B. Gewährleistung der Grundversorgung oder Schutz vor Vernachlässigung und Gewalt) nochmals deutlich höher als in der Regelversorgung aus. 

Zwischenzeitlich erfolgte eine Verlängerung des Modellprojekts bis Ende 2021, im Rahmen derer die im ersten Förderzeitraum erfolgreich aufgebauten innovativen Beratungs- und Hilfsangebote weiterentwickelt und die bereits geschaffenen Vernetzungsstrukturen ausgebaut werden sollen. Die zweite Förderphase wird im Rahmen einer schwerpunktmäßig qualitativ ausgerichteten Evaluation weiterbegleitet. Ein besonderer Fokus soll dabei, im Sinne einer formativen Evaluation, auf einem gelingenden Praxistransfer der in der ersten Förderphase ermittelten Erkenntnisse liegen, um damit die Projektstandorte bei ihrem Bestreben zur nachhaltigen Verstetigung der Angebote zu unterstützen.

Weitergehende Informationen zum Modellprojekt Chance for Kids und zur Evaluation finden Sie auf den Seiten des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln unter https://caritas.erzbistum-koeln.de/chance-for-kids.

Laufzeit

Dezember 2017 bis Ende 2021

Auftraggeber

Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln

Kontaktpersonen

Jens Arnold

Forschungsmethoden und Evaluation

Monika Feist-Ortmanns

Abteilungsleitung Bund und Kommunen
Leitungsteam